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Gewaltfreie Kommunikation: Wie man beobachtet, ohne zu bewerten

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Gewaltfreie Kommunikation: Was ist das eigentlich? Und warum brauchen wir sie? Um zu verstehen, was Gewaltfreie Kommunikation leisten kann, müssen wir uns vor Augen halten, wie viel Konfliktpotenzial unsere alltägliche Kommunikation mit anderen birgt und welche Ursachen und negativen Auswirkungen dies hat. Durch eine Änderung unserer Haltung, die unter anderem mit mehr Achtsamkeit, Empathie und wertfreiem Beobachten erreichbar ist, kann der Grundstein für erfolgreiche verbindende Beziehungen gelegt werden. 

 

Was bedeutet „Gewalt“ in Bezug auf Kommunikation?

An und für sich sind Menschen soziale, harmoniebedürftige Wesen. Doch im zwischenmenschlichen Umgang gibt es immer wieder Anlass für Konflikte verschiedenster Art: Ob es nun um Diskussionen mit dem Partner, Unordnung im Kinderzimmer oder Mobbing am Arbeitsplatz geht – unter Gewalt versteht man in der Gewaltfreien Kommunikation jede Form des Denkens und Sprechens, die moralische Urteile wie gut und böse, richtig oder falsch enthält. Auch fehlende Rücksichtnahme auf andere Menschen und ihre Bedürfnisse ist eine Form von Gewalt.

Konflikte, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind Blockaden für ehrliche Beziehungen. Sie hemmen uns und können auf Dauer sogar krank machen. Nebenbei gehen uns auch Kreativität, Energie und Kooperation verloren.

Dabei könnten viele Konflikte vermieden werden, wenn die Kommunikation besser verliefe. Denn Auseinandersetzungen können sehr wohl konstruktiv geführt werden. Sie bieten die Chance, einander besser kennen zu lernen, die Sichtweise des anderen zu verstehen und an den Kern dessen zu gelangen, worum es wirklich geht.

 

Gewaltfrei bedeutet wertschätzend

Das Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GFK) wurde vor mehr als 40 Jahren von Marshall B. Rosenberg entwickelt. Es ist auch als Wertschätzende Kommunikation bekannt, denn diese Art der Kommunikation, Konfliktlösung und Lebenshaltung beinhaltet die Akzeptanz des anderen wie auch seiner selbst. Die Menschlichkeit jeder Person steht im Mittelpunkt, unabhängig davon, ob wir mit dem Verhalten eines anderen oder auch mit unserem eigenen einverstanden sind.

Das Ziel der GFK ist es, wertschätzende Beziehungen aufzubauen, die mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglichen. Gewaltfreie Kommunikation hilft dabei, sich ehrlich auszudrücken und empathisch zuzuhören. Durch Gewaltfreie Kommunikation werden Missverständnisse abgebaut, die Anliegen aller Beteiligten gehört und verstanden. So werden Brücken zwischen den Menschen gebaut: tragfähige Beziehungen, deren Grundpfeiler Annahme, Respekt, Verständnis und Wertschätzung sind.

Damit es uns gelingt, auf eine Art zu kommunizieren, die verbindet, statt zu trennen, ist Empathie (Einfühlungsvermögen) grundlegend. Indem man sich in andere hineinversetzt und ihnen Verständnis signalisiert, sie als gleichberechtigt betrachtet und gemeinsam nach einer Lösung sucht, welche die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt, wird die Kooperation und der faire Umgang miteinander gefördert.

 

Dieser Artikel basiert auf dem folgenden eBook:

Mit dem Herzensblick zu verbindenden Beziehungen

Ein erster Blick in die Gewaltfreie Kommunikation

Ziel der GfK ist, Verbindung herzustellen. Je mehr sich dieses Verständnis vom intellektuellen Verstehen zu einer Erfahrung bewegt, desto näher sind wir an der natürlichen Kraft der Empathie.

 

Wertfrei beobachten

„Die höchste Form menschlicher Intelligenz ist die Fähigkeit, zu beobachten, ohne zu bewerten.“ Jiddu Krishnamurti

Schubladendenken ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und wir alle neigen dazu, ständig zu bewerten, was um uns herum geschieht. Beobachtungen sind automatisch an Bewertungen gekoppelt, meist ohne dass uns das bewusst wird. Doch genau in diesem Punkt entstehen Konflikte: Weil wir keine gemeinsame Realität in Bezug auf den Gesprächsinhalt teilen. Jeder hat seine eigene Wahrnehmung, nimmt gleichzeitig aber an, dass die eigene Interpretation der Situation der Realität entspricht. Die andere Person denkt dasselbe über ihre Interpretation und schon ist der Streit da.

Würde jeder sich auf das rein Beobachtbare beschränken, gäbe es an dieser Stelle keine Konflikte. Es ist notwendig, unsere Beobachtungen von unseren Bewertungen zu trennen. Dabei ist es hilfreich, sich eine Videokamera vorzustellen: Alles, was die Kamera aufnimmt und wir schließlich auf dem Film sehen und hören, entspricht einer Beobachtung. Es sind lediglich die Fakten. Bewertungen gehen darüber hinaus und deuten darauf hin, wie wir das, was wir sehen oder hören, aufnehmen und empfinden.

Beobachtungen sind wichtig, um einem anderen Menschen klar und ehrlich mitzuteilen, wie es uns geht. Das, was wir im Außen wahrnehmen, kann ein Auslöser für unsere Gefühle sein, die wiederum unsere Bedürfnisse erkennbar werden lassen.

Die Gewaltfreie Kommunikation verzichtet nun keineswegs auf Bewertungen. Sie verlangt einfach, dass wir zwischen Beobachtung und Bewertung unterscheiden. Auch wenn es für die meisten von uns schwierig sein mag, Menschen und deren Verhalten auf eine Weise zu beobachten, die frei von Kritik, Verurteilung oder anderen Formen der Analyse ist – Sie können es durchaus lernen!

 
Im eBook Mit dem Herzensblick zu verbindenden Beziehungen finden Sie weitere Informationen sowie viele Übungen, die Sie darin unterstützen, gewaltfrei zu kommunizieren und verbindende Beziehungen aufzubauen.

 

Lesestoff zum Thema “Kommunikation”:

 


 

Christine Funk

Marketing & Social Media Manager

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